Den Stromverbrauch im Blick

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Die seit Jahren ständig steigenden Strompreise bewegen immer mehr Menschen sich mit ihren Stromverbrauch auseinanderzusetzen. Nicht erst seit der geplanten Stromspar-Initiative der Bundesregierung. Für einkommenschwache Haushalte gibt es sowas schon seit Jahren: Die Stromspar-Helfer der Caritas

Video zum Caritas-Stromcheck:

(Edit am 05. April 2014: Für Haushalte mit geringen Einkommen gibts was neues dazu: Bundesumweltministerium bezuschusst 16.000 A+++ Kühlgeräte)

Im Wettbewerb, um den Stromfressern auf die Spur zu kommen, haben sogar schon Meisterschaften stattgefunden.

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In die Steckdose – und der Strom fließt
Foto: Andreas Morlok / pixelio.de

Wer seinen Stromverbrauch im Haushalt bewerten möchte, will meist erst einmal wissen, wie er im Vergleich zu anderen Haushalten liegt.

Die jüngste „amtliche“ Statistik, die ich fand und die  über den Stromverbrauch in privaten Haushalten Auskunft gibt, ist die des BMWi aus 2011, welche den Zeitraum von 2006 bis 2008 auswertet. Ab S. 39 in der Langfassung finden sich die Angaben zum Strom. Die auf S. 40 enthaltenden Grafik unterscheidet nicht nur in der Haushaltsgröße, sondern auch zwischen Ost & West. Tabellarisch aus der Grafik herausgelesen:

2008 1-Person 2-Person 3-Person 4-Person
Ost 1600 2600 3200 4000
West 2000 3200 4200 4900

Einige Strompreis-Vergleichsportale veröffentlichen Richtwerte zum Stromverbrauch (in kWh). Tabellarisch (alphabetisch geordnet) von mir zusammengefasst:

Vergleichsportal 1-Person 2-Person 3-Person 4-Person
Check24.de 2000 3500 keine Angabe 5000
energieverbraucherportal.de 1800 2800 keine Angabe 4500
oekostromanbieter.org 2000 3500 keine Angabe 5000
stromtip.de 1500 2500 3300 4000
stromvergleich-kostenlos.org 1800 2500 keine Angabe keine Angabe
tarifvergleich.de 2000 3000 4000 5000
toptarif.de 1800 2500 keine Angabe 5600
Verivox.de 1500 2800 3500 4000
wer-ist-billiger.de 1.300 – 1.800
(Single)*
2.500 – 3.000
(Paar)*
3.000 – 5.000
(Kleinfamilie*)
5.000 – 7.000
(Großfamilie*)
*Diese Bezeichnungen sind nicht von mir, sondern von den Vergleichsportal. Da ist es wohl schwer vorstellbar, dass ein 2-Personen-Haushalt auch ein alleinstehendes Elternteil mit Kind sein kann.

Was mir gleich bei der ersten Betrachtung auffiel, sind die gravierenden Unterschiede in den Verbräuchen. Eigentlich wenig Hilfe in der Bewertung, da sie keine Angaben enthalten, ob bei der Datenerhebung zumindest berücksichtigt wurde, wie das Warmwasser aufbereitet oder die Wohnung beheizt wird.

Zur näheren Erläuterung ein Beispiel: Eine Wohnung – angeschlossen an einer Gas-Zentralheizung (GZH) mit einer Wohnung zu vergleichen, die mit einer Gas-Etagenheizung (GEH, auch Gastherme genannt) beheizt wird, hat wenig Aussagekraft in der Bewertung des eigenen Stromverbrauchs. Bei beiden wird das Warmwasser zwar nicht strombetrieben erwärmt, aber bei der GEH wird deren Betriebsstrom über den normalen Haushaltsstromzähler erfasst. Entgegen die Betriebsstrom-Kosten  der zentralen Heizungsanlagen durch die Heizkostenabrechnung über alle angeschlossenen Wohneinheiten verteilt.
Innerhalb der „Benutzergruppe: Gasetagenheizung“ kann es schon zu erheblichen Verbrauchsunterschieden (alt oder neu; Stichwort: Umwälzpumpe) kommen.

Ein groben Überblick über den gesamten Stromverbrauch kann man sich über den StromCheck express von CO2-Online ausgeben lassen. Für diejenigen die eine aussagekräftigere Analyse möchten, ist das STROM.check-Tool der Energieagentur.NRW zu empfehlen. Dies ist allerdings auch mit einen größeren Zeitaufwand (10 Minuten ist angegeben) verbunden.

Ein einfaches Mittel der Verbrauchsüberwachung ist die monatliche Zählerablesung. Regelmäßig über einen längeren Zeitraum durchgeführt, ermöglicht diese sogar Stromverbrauchs-Ausreißer frühzeitig zu erkennen. Wer zur Miete wohnt und von seinem Vermieter keinen Zugang zum Stromzähler bekommt, sollte dies zur Kenntnis weiterreichen.

 

1 Kommentar von "Den Stromverbrauch im Blick"

  1. 27. April 2013 - 20:40 | Permalink

    Sehr schöne Übersicht. So kann man sich einen kleinen Überblick über alles verschaffen und schauen, ob man vielleicht doch zu viel verbraucht und ob sich vielleicht doch für den ein oder anderen ein Anbieterwechsel lohnt.

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