Unter meiner Lupe: Weitere Ökostromer

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In den letzen Monaten hat erfreulicherweise verstärkt die Kampagne www.atomausstieg-selbermachen.de große Aufmerksamkeit erreicht. Da es diese aber schon seit Jahren gibt und wohl nur die bundesweit liefernden Ökostromer berücksichtigt, hab ich mich mal auf die Suche gemacht, ob noch andere Anbieter in Frage kommen könnten.

Windrad II - Foto von Tim Schropp
Windrad - Foto von  Tim Schropp

Denn es ist schließlich durch die Interessenten schnell überprüft, ob auch in der eigenen Region die Ökostrom-Tarife zur Verfügung stehen. Sei es durch einen PLZ-Checker, den die Lieferanten auf der Website zur Verfügung stellen oder bsp dann über Verivox.

Natürlich habe ich mir einige Überprüfungsbedingungen gestellt:

1. keine Beteiligung der Atomkonzerne. Wer sich allerdings schon intensiver mit den Beteiligungen von Energieversorgern beschäftigt hat, weiß, dass die Verflechtungen nicht einfach zu erkennen sind. Sollte also in meiner Ergebnisliste einer sein, an dem doch einer der BIG 4 beteiligt ist, bitte mit Fundstelle in den Kommentaren einen Hinweis hinterlassen.

2. Ganz kann ich dann doch nicht aus meiner Haut, völlig die vertraglichen Aspekte außer Acht zu lassen: Angebote, deren Vertragslaufzeit länger als 12 Monate sind, habe ich nicht in der Liste. Das sind für mich Verträge, die den Kunden knebeln. Ebenso rausgefallen sind Vorkasse-Tarife.

3. Die Angabe, womit man den “Grünen Strom” (also eigentlich die Investionen, in die Erneuerbaren Energien) erkennt:
a) Das Grünstrom-Privileg wäre hier ein Ansatz. Aber da leistet der Kunden einen sehr zeitlich vorverlegten Vertrauensvorschuss. Die Bundesnetzagentur hat jetzt erst im März veröffentlicht, dass 11 Stromlieferanten das Grünstrom-Privileg für 2009 erhalten haben. Leider unerwähnt, welche das sind. Zumindest diejenigen, die über das öffentliche Netz Kunden beliefern, wären schon erwähnenswert. Seite 35 im Statistikbericht EEG – Jahresendabrechnung 2009 (pdf, 498 KB)

b) die Labels, mit denen auch die Ökostromer aus der “Atomausstieg selber machen”- Kampagne zertifzieren: TÜV Nord & Grüner Strom Label. Allerdings auch nur, wenn diese veröffentlicht sind. Da ich auch schon feststellte, das der TÜV NORD RECS-Zertifikate berücksichtigt.

c) nicht vergessen, aber:
- den TÜV Süd: Einige Stromlieferanten, geben auch auf ihrer HP an, das der Tarif “TÜV Süd zertifiziert ist”, allerdings ist das Zertifikat selber nicht veröffentlicht, u.a. wäre dann auch ersichtlich, wann es ausgestellt wurde. Fehlt also die Veröffentlichung,  ist es als “raus” bewertet für die Liste als möglicher Anbieter.

4. reiner Ökostromer: nicht nur einen “preisaufgesetzen” Ökotarif oder welche, die neu ein Extra-”Öko”-Marke ins Feld führen.

Nun das Ergebnis: 2 gefunden

Anbieter günstigster Tarif1 Zertifikat PLZ-Checker auf verivox.de
MANN Naturenergie MANN Strom Grüner Strom Label MANN Naturenergie GmbH & Co. KG
WEMAG2 wemio.de TÜV Nord WEMAG AG

1 Da diese Anbieter mehrere Tarife haben, wird der günstigste bei Eingabe eines Jahresverbrauchs von 4.000 kWh und bei PLZ 99894 angegeben
2 An der WEMAG AG ist mit 25,1 % die Thüga AG beteiligt. EON musste im Herbst 2009 seinen Anteil an der Thüga AG verkaufen, wie u.a. nachzulesen in Der lange Arm der Energiewirtschaft
(geändert am 28.08.11 s. zu Thüga )

Da ich nur mit meiner PLZ das Checkup gemacht habe, kann es natürlich sein, das irgendwo noch ein Ökostromer (nach obigen Kriterien) existiert. Wer einen solchen kennt, dann bitte diesen in den Kommentaren hinterlassen. Und nicht vergessen, mit welcher Postleitzahl, der gefunden wurde.

Ergänzung am 18. November 2011: Da ich eingangs die Kampagne “Atomausstieg selber machen” erwähnte, verweise ich auf den WISO-Beitrag vom 31.10.2011 Ökostrom-Anbieter bringen keine Energiewende. Von 3 der Anbieter aus dieser Kampagne berichtet WISO Ernüchterndes.

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