Erfahrungen beim Wechsel des Anbieters

Sehr unterschiedlich sind die Erfahrungen beim Wechsel des Anbieters. Während die einen, den Wechsel zu Lieferant N (Neuer Lieferant) die Bestnote geben, klappt bei anderen der Wechsel zu N verzögert oder gar nicht. Fehlend oder auch unklar sind die Schilderungen möglicher Ursachen: z.B.

  • konnte der alte Vertrag überhaupt zu dem Zeitpunkt gekündigt werden
  • waren die Angaben auf dem Anträge vollständig und korrekt
  • hängts an einen der Beteiligten: Netzbetreiber, Vorherige oder neue Lieferant.

(Die Aufzählung erhebt weder den Anspruch auf Vollständigkeit noch die Reihenfolge ist eine nach Häufigkeit)

wohin? von M.E.  / pixelio.de
Foto: wohin? von M.E.  / pixelio.de

Bei Beschwerden kann man sich an den Verbraucherservice der Bundesnetzagentur wenden. Dieser wäre auch prädestiniert mal eine Statistik zu führen und zu veröffentlichen, die Auskunft über die Wechselprobleme gibt, weil die Fälle geprüft werden. Leider finden sich dazu keine näheren Angaben im letzten Monitoring-Bericht (PDF, 2,72 MB) der BNetzA. Lediglich die Information (S. 272 ) , dass es sich bei 14,9 % (Strom) / 14,6 % (Gas) der Beschwerden in 2009 um den Lieferantenwechsel drehte.

Vorstellen kann ich mir durchaus, dass es eine Ursache für Verzögerungen im Ablauf sein kann, dass die Anfrage beim falschen Netzbetreiber erfolgte. Wieviel Kunden überprüfen in den Schreiben – die sie von den neuen Lieferanten erhalten – die Angabe zum Netzbetreiber? Oder wie in meinen ersten Beitrag geschildert, meldete sich der neue Lieferant nicht, um den Umstand zu klären, dass der angefragte Netzbetreiber die Meldung schickte „Die Verbrauchsstelle gibs hier nicht“

Im Telefon-Festnetz-Bereich ist eine bundesweit geführte Liste der Netzbetreiber „sehr übersichtlich“. Die Liste der Strom – und Gasnetz-Betreiber dagegen sehr umfangreich. Einige Städte haben mehr als einen Netzbetreiber. Oder Ortschaften, die verschiedenen Netze haben, dieselbe PLZ.

Update vom 18. Juni 2011:

Oft liest und hört man die Empfehlung, dass man die Kündigung des alten Vertrages, dem neuen Lieferanten überlassen, und diese nicht selbst vornehmen sollte. Aus der Erfahrung heraus würde ich diesen Tipp so nicht mehr geben.

Denn mittlerweile findet man in manchen AGB eine zeitlich festgelegte Befristung, wann man bei Preisänderungen dem Lieferanten die Kündigung mitgeteilt haben muss. Ich las da schon von nur 14 Tagen. Das ist zu kurz, als das dann der neue Lieferant in seiner Ablaufroutine dem alten den Kündigungswillen des Kunden schon mitteilen konnte. Wer eine solche Formulierung in seinen Vertrag findet, sollte genauer darauf achten, dass im Antragsformular des neuen Lieferanten  eine Abfrage enthalten ist, ob man selbst bereits gekündigt hat.

Auf verivox.de werden Musterschreiben bereitgestellt, welche man verwenden kann, wenn man nach angekündigter Preiserhöhung unter Inanspruchnahme des Sonderkündigungsrechts selber dem Versorger  (Strom, Gas) kündigen will. Wer innerhalb von 14 Tagen keine schriftliche Bestätigung der Kündigung bekommt, sollte dann nochmal schreiben, diesmal als Einschreiben mit Rückschein.

Passend zum Thema Kündigung nach einer Preisänderung:

Kürzlich ist mir ein Urteil über meine Timeline gekommen, da war ein Kunde ganz besonders “bissig” (ich meine das positiv) geworden, als dieser seinen Stromlieferanten nach erneuter Preiserhöhung kündigte und der Stromanbieter ihn nicht ziehen lassen wollte. Dass das so ausgeht, hat der Versorger bestimmt nicht mit gerechnet ;)

Vielleicht kommt auch mal die Zeit, dass auch der letzte Strom- bzw. Gaslieferant erkennt: Kunden die sich nicht so hart freikämpfen müssen, werden eher vielleicht mal wiederkommen.

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