Und wieder grüßt das Murmeltier

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Das mediale Grab für die PIRATEN wird geschaufelt

Nach den Landtagswahlen in NRW am 09. Mai 2010  hat die Piratenpartei 1,5 % der Wählerstimmen erhalten. In mancher Berichterstattung wird mit dem Ergebnis zur Bundestagswahl 2009 verglichen. Aber fälschlicherweise mit dem ~ 2,0 % des fast bundesweiten Gesamtergebnisses. (In Sachsen konnten die Piraten nicht gewählt werden).

Wenn man tatsächlich die beiden Wahlen vergleichen will, sollte man schon das Ergebnis der Wähler in NRW zur Bundestagswahl heranziehen. Dort hat die Piratenpartei 1,7 % der gültigen Stimmen geholt.

So gravierend finde ich den prophezeiten Fall gar nicht. Eigentlich ist das ein erstaunliches Ergebnis. Ich denke, bei einer Landtagswahl setzt man andere Prioritäten als bei einer Bundestagswahl.

Mich würde mal interessieren, inwieweit sich Wähler vor einer Wahl von der Berichterstattung und solcher Umfragen (eine prognostizierte 3 % für die PIRATEN in NRW) beeinflussen lassen.

So richtig fängt man nun nach dem Bundesparteitag in Bingen an, das Grab für die Piraten medial zu schaufeln. Wobei ich nicht jeden kritischen Kommentar, der manchmal auch einen erleuchtenden Blick von außen ermöglicht, da reinzählen will.

Aktuell bemüht sich der Spiegel als Hellseher der Zukunft für die PIRATEN. Mir ist manchmal so, als ob mancher Journalist mit soviel Transparenz nicht klar kommt, weil er sie nicht gewohnt ist.
(Die dortigen Diskussionsbeiträge finde ich auch sehr interessant)

Tot gesagte leben länger“  heißt es. In meinen engen Bekannten- und Verwandtenkreis trug der Busch-Funk schon bei 2 Personen fälschlicherweise den Todesfall zu. Man hatte was gesehen, und nach deren Einschätzung der Überlebenschancen, konnt es wohl auch nicht anders sein.

Vielleicht sollte solche Verkünder doch noch etwas mit den Nachruf warten. Und der Piratenpartei wesentlich mehr Zeit, als nur einige Monate geben. Schließlich sind die etablierten Parteien auch nicht innerhalb eines Jahres Voll-Themen-Partei geworden.

Und eigentlich gibts derzeit schon zuviel für die PIRATEN  nur durch Abdeckung der Kernthemen zu tun, was die sogenannten etablierten Parteien in der Vergangenheit angerichtet haben und was künftig auf uns alle noch zukommen soll.

Frauen in der Piratenpartei

Ganz besonderes Interesse scheinen Schreiber (oder auch ?Zweifler?) an uns Frauen in der Piratenpartei zu haben. Zuletzt im Blickfeld, weil im Bundesvorstand die einzige weibliche Kandidatin nicht gewählt wurde und somit nur aus Männern besteht.

Auch wenn ich nicht in Bingen war, bin ich doch froh, dass wir  Piraten keine Frauenquote haben, weil

  • diese Kandidatin nicht gewählt werden musste und
  • eine Frau nicht gezwungen werden kann, sich zur Wahl aufzustellen, weil ein Quote zwingend das vorschreibt.

Ausführlich und sehr gut geschrieben: Und wieder grüßt die Genderdebatte

Übrigens im Piratenwiki gibt es die Seite “Frauen in der Partei” in der Statements von weiblichen Piraten zu ihrer Mitgliedschaft zu finden sind.

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1 Kommentar von "Und wieder grüßt das Murmeltier"

  1. 25. Mai 2010 - 16:10 | Permalink

    “Mir ist manchmal so, als ob mancher Journalist mit soviel Transparenz nicht klar kommt, weil er sie nicht gewohnt ist.”

    Das ist eine extrem augenöffnende These. Ein Blickwinkel, den ich bisher noch gar nicht hatte und der viel erklären könnte. Vielen Dank dafür!

    So betrachtet: Wenn ein Journalist (ein echter, kein “Qualitätsjournalist”) mal Fliege an der Wand der etablierten Parteien spielen könnte, so wie sie es bei uns können, ich kann mir vorstellen, sie würden tot von selbiger Wand fallen und vllt noch 2 Sekunden mit allen 6 Beinchen zucken.

    Zum Beispiel Zensursulas Zensurgesetze, von denen Schäuble ja im nachhinein bestätigt hatte, daß das Wahlkampfaktionismus war: Was hätten die Medien gesagt, wenn sie auf einem imaginären CDU Live Stream oder der imaginären CDU Mailingliste diese Info im Vorfeld bei der Ausarbeitung der Strategie schon erfahren hätten können?

    Wie viele andere solcher Projekte laufen wohl gerade jetzt in den Volksparteien? Wo werden alle, incl oder vor allem der Journalisten, angelogen, um sie für einen Wahlkampf oder eine Meinungsmache einzuspannen?

    Im Grunde sollten die Medien froh sein, daß sie von uns nur die reine Wahrheit erfahren können, auch wenn diese Wahrheit die ersten unbeholfenen Schritte und Stürze zeigt. Wo wir keine Erfahrung haben und zu Recht neue Wege finden wollen, da gibts denn halt nur try-and-error, und Anfangs halt eben etwas mehr Error, den die anderen Parteien halt einfach verstecken. Daher die Diskrepanz.

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