Am vergangenen Samstag hatte ich einige Stunden die Möglichkeit, den Bundesparteitag 2012.1 in Neumünster zu verfolgen. Sowohl im Livestream, als auch über Twitter. Verwundert war ich über den einen oder anderen Vorfall mit der Presse bzw. TV-Sendern, die während des BPT auf für sie wohl ungewohnte Umstände stießen.
Geheim Wahlen
Es war wohl nicht so geläufig, dass bei Vorstandswahlen die Abstimmung geheim [PartG §15 (2)] sein muss. Und aus diesem Grund während des Wahlgangs, nicht gefilmt/fotoknippst/gestreamt werden darf.
Selbst die Absicht, nur Stimmungsbilder einzufangen, berücksichtigt nicht die technischen Entwicklung der [digitalen] Fotografie und der neuen Möglichkeiten. Von automatischer Gesichterkennung mal ganz zu schweigen. Selbst das Filmen, das bzw ob überhaupt einzelne Personen abstimmen, fällt für mich unter “geheim”.
Ich halte dies auch nicht für intransparent. Sollten anwesende Parteimitglieder später irgendwann für ein Mandat kandidieren – also als zu wählender Volksverteter in den Parlamenten – habe ich dann immer noch die Möglichkeiten, diese dann zu ihrem einzelnen Abstimmungsverhalten zu befragen.
Übrigens das Gesamtergebnis der Vorstandswahlen wird noch vor Ort bekanntgegeben oder steht auch irgendwo im Wiki.
Playmobil-Spielzeug
In einen weiteren Zwischenfall spielt auch eins von einem Fernseh-Team mitgebrachten Spielzeug-Schiff eine Rolle. Besonders originell finde ich diese “Symbolik” nicht, da man in letzter Zeit gehäuft bei der Berichterstattung über die Piratenpartei dieses Kinderspielzeug (von Playmobil) verwendet. Der Spielzeug-Hersteller selber ist auch nicht begeistert.
Soweit ich mich erinnere, (da fande ich das auch lustig), tauchte dies erstmals in der Berichterstattung (z.B. RP Online) zum Bundesparteitag 2010.1 in Bingen auf. Damals noch echt, als mitgeführtes Maskottchen teilnehmender Piraten, und nicht gestellt.
Ein weiteres Foto dieses kleinen Plastik-Piraten geschossen von derselben Fotografin damals:
Laptops und Privatsphäre
Zu einem der Lieblingsmotive für Fotografen gehören die Laptops. Das ungefragte Abfilmen einzelner Bildschirme führte verständlicherweise zu Unmut. Während in einem Moment noch die Wiki-Seite eines aktuell abzustimmenden Antrags angezeigt wird, kann in nächsten Augenklick schon eine Mail oder der Blick in einen Social-Media-Account auf den Bildschirm sein. In solchen Fällen ist nicht nur die Privatsphäre des Abgelichteten betroffen, sonderen auch anderer, deren Online-Kommunikation darauf zu sehen ist.
Fazit
Vielleicht vorher einfach mal fragen. Aber ich bin da ganz optimistisch, dass es beim nächsten Mal besser wird und dies eine oder andere Missverständnis im Vorfeld vermieden werden kann.
Nachtrag 02. Mai 2012: Tag 1 (Samstag) als komplettes Video (Bühnenkamera)


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